Verkehrsstrafrecht

Nicht nur Ordnungswidrigkeiten gehören zu den Verstößen im Verkehrsrecht. Deutlich schwerwiegendere Zuwiderhandlungen im Straßenverkehr ahndet das Verkehrsstrafrecht. Es hat die Aufgabe die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten. Grundsätzlich wird im Verkehrsstrafrecht davon ausgegangen, dass die Straftaten nicht wie bei Ordnungswidrigkeiten aufgrund von Fahrlässigkeit zustande kommen, sondern tendenziell bewusst ausgeübt werden. Aufgrund der meist größeren Gefährdung werden Straftaten im Straßenverkehr auch entsprechend härter bestraft. Verkehrsstraftaten, die in das Verkehrsstrafrecht fallen sind z.B. Fahrerflucht, das Fahren ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheitsfahrt und Vollrausch sowie die Gefährdung des Straßenverkehrs. Welche Strafen sieht das Verkehrsstrafrecht nun vor? Abhängig vom Tatbestand kann eine Geldstrafe verhängt werden, in schwerwiegenderen Fällen droht eine Freiheitsstrafe von bestimmter Dauer. Ebenfalls ist in Folge einer Verkehrsstraftat ein Fahrverbot möglich, die Entziehung der Fahrerlaubnis ist denkbar.

Laut Verkehrsstrafrecht sind folgende Verkehrsdelikte Verkehrsstraftaten:

  • Fahren im Vollrausch (Drogen und Alkohol)
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis
  • Unterlassene Hilfeleistung
  • Fahrlässige Tötung
  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (Fahrerflucht)
  • Fahren ohne Versicherungsschutz
  • Nötigung (z.B. Ausbremsen oder Drängeln)
  • Kennzeichenmissbrauch (Unkenntlichmachung, Benutzen eines falschen Kennzeichens o.ä.)
  • Gefährdung des Straßenverkehrs (grob rücksichtsloses und verkehrswidriges Fahren – hierzu zählen unter anderem das Wenden oder Rückwärtsfahren auf Schnellstraßen und Autobahnen sowie die Missachtung von Vorfahrtsregeln)

Bei einer Straftat im Verkehrsstrafrecht kommt es zu einem Gerichtsverfahren. Daher gibt es Rechtsanwälte, die sich auf das Verkehrsstrafrecht spezialisiert haben. Im Gegensatz zu Bußgeldern ist das Strafmaß hier nicht festgelegt. Jede Tat wird individuell durch das Gericht beurteilt. Dabei spielen auch die jeweiligen Umstände des Tathergangs bei der Urteilsfindung eine relevante Rolle. Nach dem Verkehrsstrafrecht sind sowohl Geld- als auch Freiheitsstrafen möglich. Der Entzug der Fahrerlaubnis folgt meist bei Fahren im Vollrausch, Gefährdung des Straßenverkehrs und dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort. Die Unfallflucht kann auch mit einem Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Ein Fahrverbot erfolgt bei Nötigung, fahrlässiger Tötung und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Bei Fahranfängern wird zusätzlich oftmals die Probezeit verlängert.