Strafverteidiger

Wer in einem Strafverfahren von Staatsanwaltschaft und Polizei als Beschuldigter geführt wird, sollte sich unverzüglich durch einen Strafverteidiger beraten bzw. vertreten lassen. Im Zuge eines Strafverfahrens ist der Strafverteidiger also ein dem Beschuldigten zur Seite stehender rechtlicher Beistand. In der Strafprozessordnung (StPO) wird er als Verteidiger bezeichnet.

Nach §137 StPO steht jedem Beschuldigten das Recht zu, einen Strafverteidiger hinzuzuziehen. Neben dem Gericht und der Staatsanwaltschaft ist der Strafverteidiger ein selbständiges und unabhängiges Organ der Rechtspflege.

Ein Angeklagter kann bis zu drei Strafverteidiger seiner eigenen Wahl benennen. Gegeben des Falls, dass der Angeklagte einen gesetzlichen Vertreter hat, darf selbiger den Strafverteidiger wählen. Falls vom Gericht ein Strafverteidiger bestellt wurde, ist die Höchstzahl der Wahlstrafverteidiger nicht beschränkt.

Der Beschuldigte hat zu jedem Zeitpunkt des Strafverfahrens, also sowohl in Vor- und Zwischenverfahren als auch in der Hauptverhandlung und in jeder Instanz, das Recht einen Strafverteidiger hinzuziehen, damit ein faires Verfahren gewährleistet ist. Der Verurteilte darf sich ebenfalls in der Strafvollstreckung eines rechtlichen Beistandes bedienen. Im Vorfeld ist der Beschuldigte zu belehren. Ihm darf für den Fall der Hinzuziehung eines Strafverteidigers kein Nachteil angedroht werden. Wenn der Beschuldigte erklärt, dass er einen Strafverteidiger hinzuziehen möchte, muss die Vernehmung sofort unterbrochen werden. Die Vernehmung wird erst nach Eintreffen des Strafverteidigers fortgesetzt.

Grundsätzlich ist kann die Einstellung des Verfahrens oder ein Freispruch Verteidigungsziel des Strafverteidigers sein. Wenn eine Verurteilung vermieden werden kann, ist dies regelmäßig der Fall.

Falls eine Verurteilung jedoch unvermeidbar erscheint, zielt der Strafverteidiger darauf ab, eine möglichst milde Sanktion zu erreichen. Je nach Einzelfall kann eine milde Sanktion eine Geldstraft sein, eine Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wird, eine verkürzte Freiheitsstrafe oder die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.