Strafrecht

Als methodisch selbstständiger Teil des öffentlichen Rechts, regelt das Strafrecht schuldhaft begangenes Unrecht durch teils schwerwiegende staatliche Sanktionen. Die Art und Höhe der Sanktionen folgen keiner einheitlichen Terminologie. Für leichtere Vergehen sind meist Geldstrafen vorgesehen, für Verbrechen drohen Freiheitsstrafen.

Die Tat ist ein zentraler Begriff des Strafrechts. Gleichzeitig kann aber genauso eine Nicht-Tat, also ein Unterlassen, strafbar sein. Die Tat oder Nicht-Tat muss zielgerichtet sein und nicht reflexartig. Zudem setzen Erfolgsdelikt wie Körperverletzung oder Totschlag voraus, dass dieses Handeln oder Unterlassen einen Erfolg verursacht hat. Dieser Erfolg darf nicht völlig unvorhersehbar oder unwahrscheinlich, sondern zurechenbar gewesen sein. Die Tat muss grundsätzlich mit Vorsatz begangen worden sein. In einigen Fällen reicht jedoch auch ein fahrlässiges Handeln aus. Wenn all diese Voraussetzungen gegeben sind, ist der sogenannte Tatbestand erfüllt und ein Strafverfahren wird eingeleitet. Dies gilt jedoch nur für Straftaten, die rechtswidrig sind. Eine Tat ist rechtswidrig, wenn kein Rechtfertigungsgrund vorliegt. Ein möglicher Rechtfertigungsgrund könnte beispielsweile Notwehr sein. Der Täter, der rechtswidrig gehandelt hat, muss ferner schuldhaft handeln. Eine Strafe wird im Strafrecht erst dann ausgesprochen, wenn die drei Bedingungen Tatbestandsmäßigkeit, Rechtswidrigkeit und Schuld erfüllt sind. Wenn also jemand eine nicht gerechtfertigte Straftat begangen hat, dabei jedoch nicht schuldhaft gehandelt hat, weil er z.B. psychisch krank ist, kann keine Strafe verhängt werden. Ferner werden dann Maßregeln der Besserung und Sicherung ausgesprochen.

Das deutsche Strafrecht unterscheidet bei vorsätzlichen Straftaten zwischen unterschiedlichen Formen der Beteiligung. Zum einen die Täterschaft (unmittelbarer Täter, mittelbarer Täter, Mittäter) und zum andern die Teilnahme (Beihilfe, Anstiftung). Zusätzlich kennt das Strafrecht auch den Nebentäter, der gesetzlich jedoch nicht beschrieben ist. Zweck und Ziel des Strafrechts ist es den Rechtsfrieden aufrechtzuerhalten. Das Strafrecht wirkt hierzu präventiv sowie repressiv auf Gesellschaft und Täter ein. Der gesetzgeberische Einsatz von Strafrecht sollte aufgrund des verfassungsrechtlichen Verhältnismäßigkeitsprinzip immer nur das letzte Mittel sein. Die Verletzung von Rechtsgütern sollte nur dann mit einer Strafe des Strafrechts bedroht sein, wenn die Möglichkeiten des Zivil- und Verwaltungsrechts zur Sanktion nicht mehr ausreichen.